Margreth Rinderknecht in den Kantonsrat


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Palmöl

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Palm- Öl: auf dem Teller, in der Seife und im Fahrzeugtank

Margreth Rinderknecht

In der Ecuadorianischen Küstenregion wird auf grossen Plantagen pflanzliches Öl produziert – ökologisch und nachhaltig?

Ölpalmen wachsen in den Himmel

Wenn Ölpalmen nicht krank werden, wachsen sie in den Himmel. Mit jedem Jahr werden sie höher; sie können, wenn sie gesund sind und der Boden und das Klima stimmen, 100 Jahre alt werden. Will man sie zur Produktion von Öl nutzen, sind die Palmen etwa 35 Jahre wirtschaftlich, nachher hängen die Fruchtstände mit den fettreichen Nüssen zu hoch, die Ernte wird zu aufwändig oder gar unmöglich.

Die Palmen tragen nach 18 Monaten zum ersten Mal Früchte und von da an kann permanent geerntet werden. 5 Monate nach der Blüte sind die Fruchtstände erntereif und werden mit einer Machete, die an einer Teleskopstange montiert ist, abgeschnitten.

Auf den Plantagen von Señor Chon Qui wachsen auf 4000 ha Ölpalmen. Bei einem Abstand von 9 Metern von Pflanze zu Pflanze sind das 143 Stück pro Hektare.

Im ausgeglichenen, tropischen Klima in der Küstenregion in Ecuador wachsen die Pflanzen das ganz Jahr, in der Trockenzeit aber nur mit künstlicher Bewässerung. Damit die Wurzeln ausreichend mit kühlem Nass versorgt sind, werden sie bewässert. Die Bewässerungsanlagen sind dauerhaft installiert. Anfällig auf Krankheiten sind die Palmen, gemäss Aussagen des Betriebsleiters nicht. Der Boden ist mit Leguminosen abgedeckt, diese bringen Stickstoff, unterdrücken aufkommendes Unkraut und behalten die Feuchtigkeit im Boden.

Permanente Ernte

Hoch oben in den Palmenwipfeln reifen die Früchte heran. Von unten sehen sie aus wie Riesentrauben mit glänzendschwarzen Beeren. Von einem drahtigen jungen Arbeiter abgeschnitten, donnern sie zu Boden; durch den Aufprall spicken die reifsten Nüsse in alle Richtungen. Die Daumengrossen Einzelfrüchte sind leuchtendrotorange und hart. Mit seinem Messer hackt der Betriebsleiter eine Nuss entzwei und präsentiert ihr Innenleben. Der innerste, fast weisse Kern besteht aus hochwertigem Öl, und ist umhüllt von einer harten Schale. Darum herum liegt das Fruchtfleisch aus welchem das Carotinhaltige rote Öl gepresst wird.

Im schattigen Palmenwald dreht ein Pferdchen mit Wagen seine Runden. Die Arbeiter hieven die gut 50 kg schweren Palmfruchtstände darauf, sorgfältig lesen sie auch die heraus gefallenen und am Boden verstreuten Früchte zusammen.

„Die Sicherheitsstandards sind nicht sehr hoch, aber eigentlich passieren keine Unfälle“, meint der Verantwortliche. „Wir habe sehr gute Angestellte - Fachleute - sie verstehen was von Ölpalmen“.

Weiterverarbeitung

Bei der Annahmestelle von Palmölnüssen ist nicht viel los. Es ist Fasnachts- Montag, die Verarbeitung steht still und nur wenige Fahrzeuge – kleine Lastwagen oder Pick- up’s liefern die Ernte aus kleinen Familienbetrieben ab.

Am Eingang werden die Palmtrauben beurteilt (Erdbesatz, Qualität der Früchte) und gewogen und bald rutschen sie eine steile Rampe hinunter. Dort warten sie erstmal bis die arbeitsfreien Fasnachtstage vorbei sind. Am Mittwochmorgen werden dann die überdimensionierten Dampfkochtöpfe gefüllt, mit Ölnüssen und später mit Dampf. Nach dem 45 Minuten dauernden Kochprozess können die inneren Öl- Kerne vom Rest getrennt werden können. Aus der roten Schicht wird das Öl ausgepresst und zentrifugiert. Das trockene, organische Material aus der Aussenschale wird mittels eines „Staubsaugers“ direkt in den Ofen geblasen, wo Dampf für den vorangegangenen Arbeitsgang produziert wird. Stolz meinte der zuständige Betriebsleiter: „Wir verarbeiten alle Bestandteile der Nüsse, zu Öl oder wie Sie hier sehen zu Energie, die wir für die Verarbeitung brauchen.“ Lächelnd meint er aber auch, die Besucher hätten Glück, dass die Maschinen nicht in Betrieb seinen, es werde sehr heiss um diese Maschinen herum.

Palmöl- ein multifunktionales Öl

Palmöl, sei es nun das rote oder das fast weisse aus dem inneren Kern, findet sich, je nach weiterer Verarbeitung oder Raffinerie, in gegen 400 Produkten wieder: als Frittier- oder Speiseöl, als Bestandteil von Nahrungsmitteln oder in Kosmetika. Eine der besonderen Eigenschaft ist der hohe Schmelzpunkt bei über 25 Grad. Dadurch ist Palmöl ideal für die Herstellung von Glacé und Schokolade.

Iimmer häufiger landet Palmöl im Tank von Fahrzeugen.



… und nachhaltig?

Weltweit wird vor allem in Südostasien – in Malaysia – Palmöl produziert. In Südamerika ist der Ecuadorianische Markt weltweit nicht sehr bedeutend. Umstritten sind Ölplantagen, weil sie oft auf abgeholzten Regenwaldflächen stehen, und weiterhin die Zerstörung solcher Lebensräume verursachen.

Der Boden steht aber auch den Bauern nicht mehr zur Verfügung, für die Produktion von Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung des Landes. Während der Trockenzeit brauchen die Palmen Wasser, welches zur Bewässerung von Kartoffeln, Mais und Früchten, vielleicht sogar als Trinkwasser, fehlt.


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