Margreth Rinderknecht in den Kantonsrat


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Moratorium im Landschaftsschutz

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Moratorium im Landschaftsschutz

Seit Jahren werden die wenigen noch verbleibenden Bauern in die Arbeitsgruppen zur Entwicklung von Landschaftsschutzprojekten einbezogen. In diesen Gremien werden laufend neue Landschaftsschutzzonen gebildet oder bestehende ausgedehnt, es werden Bewirtschaftungsvorschriften erfunden, entwickelt und verschärft, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebiete werden ausgeschieden, um dann nur noch gepflegt zu werden, für teures Geld natürlich, das aber nicht von den Planern kommt, sondern vom Volk. Die Bauern sitzen also in einigen dieser Gremien, sie dürfen sogar etwas sagen. Allerdings finden Ideen und Vorschläge der Praktiker selten bis nie ihren Niederschlag in den endgültigen Verordnungen der studierten Schreibtischtheoretiken. Damit alles rechtens ist, findet eine Vernehmlassung statt; das weiss aber nur, wer täglich das Amtsblatt liest. Wer Zeit hat kann dann eine Stellungnahme verfassen, .. jetzt, ... mitten im Heuet, in derErnte.

Es braucht unbedingt ein Moratorium im Landschaftsschutz.

Die abgehobenen Ideen und Visionen der Planer und Entwickler wachsen langsam in den Himmel. Viele dienen nur noch der Rechtfertigung von einmal gesprochen Stellen. Die vielgepriesene Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und mit der Natur entpuppt sich beim näheren Betrachten oft als ein Schlagwort, eine leere Worthülse. Viele Bauern haben sich längst aus diesen Gremien verabschiedet, die andern haben es nur noch nicht gemerkt.

Bauern sind sich gewohnt, Eigenverantwortung zu übernehmen, sie denken schon längst vernetzt, sie leben und arbeiten eine nachhaltige Produktion. Entwicklungen in der Natur und in der Landwirtschaft brauchen Zeit, sie sind von der Natur abhängig, auf sie angewiesen und ihr ausgeliefert.

Der Kanton Zürich, resp. seine Baudirektion und die entsprechenden Ämter haben Edles im Sinn: nicht die Vorgaben des Bundes sollen erfüllt werden, nein das wäre dann wirklich ein bisschen schäbig. Offenbar soll der ganze Kanton unter Naturschutz gestellt werden, à la Ballenberg und die Bauernfamilien kann man am Folklore-Umzug bewundern, wie sie in Trachten gekleidet, natürlich barfuss, die letzten Milchkühe während einer Startpause über die Pisten von Unique Zurich treiben, das wäre doch ein fröhlicher Event!

Schade, dass dabei der wirkliche Auftrag der Bauern, die Produktion von gesunden und saisongerechten Nahrungmitteln in unserer Region noch mehr in Vergessenheit gerät: Nun denn, die Birnen kommen jetzt aus dem nahen Südafrika, und inländischer Süssmost hat nur am Rande mit tiefen Mostobstpreisen, Hochstammobstbäumen und Vogelschutz zu tun. Denken Sie daran, beim nächsten Schluck aufvitaminisiertem Orangensaft.

Margreth Rinderknecht, Wallisellen


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