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Bauern sind out – Visionäre braucht das Land?

Antwort auf einen Artikel von Christian von Burg, Tagi-Ausgabe 27. Feb. 2010

Da hat also ein Verein von ökologisch ausgerichteten, selbst ernannter Agrarspezialisten ein Weissbuch herausgegeben. Darin wird in unzähligen gescheiten Tabellen und Grafiken dargestellt, dass die Schweizerische Landwirtschaft zu wenig ökologisch sei. Man dürfe Direktzahlungen nur noch jenen Bauern bezahlen, die Blüemliwiesen pflegen und für Lebensräumen von Heugümpern und Blaukehlchen sorgen, so der fromme Wunsch dieser Herren.

Die Autoren dieser Publikation haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht mit allen möglichen Projekten, die sie sich ausdacht und finanzieren liessen. Das Projekt mit den Rebhühnern war eines davon. Es ist daran gescheitert, dass die Winter bei uns doch zu kalt sind. Schade für die Arbeit und für all die Füchse, die abgeschossen wurden, weil man vermutete, dass sie die Feinde der Rebhühner sind.

Ein anderes Projekt sah vor, Kühe im Wald weiden zu lassen. Tönt gut, liess sich aber nicht verwirklichen wegen des Waldgesetzes: Nutztiere dürfen nicht ständig im Wald weiden; schade für die Projekt- Arbeit.

Auch für die Studien der Biodiversität wurden unzählige, gut bezahlte Stunden lang Pflanzen und Insekten gezählt und betrachtet. Eine Erkenntnis daraus war, dass in einer intensiven Wiese, die viel Futter für die Tiere liefert, die biologische Vielfalt kleiner ist, als in einer nicht mehr gedüngten Mager- Blüemliwiese. Eigentlich logisch. Die eine Wiese liefert Futter zur Produktion von Lebensmitteln, die andere Futter zur Erhaltung der Käfer- und Spinnenzähler.

Für Bauernfamilien, die seit Jahren mit immer strengeren ökologischen Auflagen konfrontiert werden, die Hecken anlegen, Magerwiesen pflegen, guten Boden als Brache liegenlassen und damit die Landschaft aufwerten sind solche Studienergebnisse ein Hohn. Von selbst ernannten Agrarspezialisten zu hören, die Berichte über die Landwirtschaft seien „über die Grenzen der Redlichkeit hinaus beschönigend", lässt Zweifel aufkommen an der Reinheit oder Seriosität eines „Weissbuches".

Mit der Aussage, es sei ökologischer, Fleisch zu importieren als Futtermitteln, outen sich diese Projektmanager dann definitiv als Visionäre und reihen sich bei jenen ein, welche die produzierende, einheimische Landwirtschaft herunterfahren und abschaffen wollen. Lebensmittel bekommen wir ja günstig im Ausland.

Zum Glück bleiben uns noch die Artenvielfalt und die Visionäre, beides kostet zwar viel Geld, gibt aber ein gutes Gefühl.

Margreth Rinderknecht, Wallisellen


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